¤ Wissenswertes über Kois


Die Geschichte der Kois


Der Ursprung des Koi liegt nicht wie landläufig angenommen in Japan. Die Vorfahren der Koi kamen aus dem schwarzen Meer, dem Kaspischen Meer, dem Aralsee und China. Dort wurden auch die ersten schriftlichen Niederschriften über Koi hinterlegt



aralsee
Aralsee


Als der König Shoko von Ro seinen ersten Sohn geschenkt bekam soll er dem chinesischen Philosophen Konfuzius einen Koi geschenkt haben. Der Philosoph benannte seinen Sohn nach dem Geschenk. Der Koi symbolisiert Stärke, da er als einziger Fisch die Wasserfälle des Gelben Flusses bezwingen kann.

Um 530 v.Chr. konnte man in dem Buch "Yogyokyo" über die Koizucht lesen.

In dieser Zeit existierten nur graue und rote Varianten des Karpfens. Da der Koi zu dieser Zeit nur als Nahrungsergänzung diente, spielten die Farbmutationen für die Zucht keine Rolle.

Durch Eroberungszüge der Chinesen kam der Koi irgendwie nach Japan. Hier ist die erste schriftliche Erwähnung des Kois um 200 n. Chr. niedergeschrieben worden. Was mit den Koi zwischen dem 2.und 17. Jahrhundert geschah, ist immer noch ungewiss.



schuppenkarpfen

Schuppenkarpfen


Anfang des 17.Jahrhunderts setzt sich die Koigeschichte fort. Reisbauern aus "Yamakoshi go"(Stadt in der Präfektur Niigata) setzen Karpfen in den Bewässerungsteichen aus um den kargen Speiseplan zu erweitern.

Der abgelegene Ort hoch in den Bergen war in den Wintermonaten schwer zu erreichen. Aus diesem Grund waren die Einwohner auf Nahrungsmittel angewiesen die aus der unmittelbaren Umgebung zu beziehen waren. Der Bezirk Niigata wurde dadurch zum Mittelpunkt der Koizucht in Japan.



Anfang des 18.Jahrhunderts fielen den Züchtern erstmals die Farbmutationen auf. Am Anfang beschränkte sich die Mutation hauptsächlich auf rote, weiße und hellgelbe Koi.

Koi sind direkte Abkömmlinge des schwarzen Karpfens Cyprinius carpio. Dieser wird in Japan Magoi genannt und ist der Urahn aller Zuchtkarpfen.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die ersten Kohakus durch Kreuzung von weißen und roten Karpfen gezüchtet. In den 80ern des 18. Jahrhunderts wurden die heute noch bekannten Varietäten durch Kreuzungen gezüchtet, wie Asagi, Higoi und Bekko.



Durch aufwendige Zucht erreichten einige Zuchtformen innerhalb weniger Generationen hohe Qualität.




spiegel
 
Spiegelkarpfen



Ende des 18. Jahrhunderts entstand in Europa eine Mutation die einen erheblichen einfluß auf auf die Koizucht nahm. Die genetische Abweichung betraf die Schuppen und führte zu schuppenlosen Karpfen (Lederkarpfen) oder zu Spiegelkarpfen mit großen glänzenden Schuppen entlang der Rückenlinie. Die Fische mit dem deutsch/österreichischen Ursprung wurden unter dem Name Doitsu bekannt.

Diese Züchtung war ursprünglich für den Verzehr gedacht. Diese Karpfen gelangten Anfang des 19. Jahrhunderts nach Japan. Um 1910 sollen daraus die ersten Shusui (oder Doitsu Asagi) entstanden sein. Die Koizucht in Japan beschränkte sich zu Beginn des 20.Jahrunderts auf die Niigata-Region. 1914 schickte man 27 Koi zu einer großen Ausstellung nach Tokio um die schlechten Verhältnisse der armen Bevölkerung in dieser Region zu verbessern. Die Kois gewannen den zweiten Preis bei der Ausstellung.

Aus diesem Erreigniss heraus entwickelte sich eine blühende Koizucht. Aufgrund einer Wirtschaftsflaute in Japan (um 1920) kam es zu einem Niedergang der Koizucht. Trotz Futtermmangels während des zweiten Weltkrieges etablierten sich neue Zuchtformen wie Shiro Bekko und Showa. Die Koizucht in Niigata gedieh weiter und davon profitierte auch die Region (Bau von Straßen und Bahnlinien).

Aufgrund der kommerzialisierung der Luftfahrt, wurde die Transportdauer sehr stark verkürzt. So gelangten 1938 zum ersten mal per Luftfracht Kois aus Japan nach San Francisco, 1947 nach Hawaii, 1949 nach Kanada und 1953 nach Brasilien. Der Koiboom außerhalb Japans führte dazu das in vielen Ländern die Kois selbst gezüchtet wurden. Viele Koihändler beziehen ihre Verkaufsexemplare aber immer noch aus Japan, aufgrund der Qualität.